Es ist nicht möglich, die schönste Azoreninsel zu wählen. Flores steht aber ganz oben auf der Liste, auch wenn dort die meisten Niederschläge fallen und die heftigsten Winde wehen. Flores ist den von Amerika kommenden Westwinden ausgesetzt. Hier treffen die Wellen des Atlantischen Ozeans, aber auch die des Golfstromes nach 3.500 km zum ersten Mal auf Land.
Der westlichste Punkt der EU
Im Westen der Insel, da wo die Küste und zahlreiche Wasserfälle steil und mehrere hundert Meter tief ins Meer stürzen, liegt die kleine Felseninsel Ilheu de Monchique, früher ein Navigationspunkt für Seefahrer, heute der westlichste Punkt der Europäischen Union.
Die Blumeninsel
Flores trägt ihren Namen zu Recht. Sie ist die Insel der Blumen – und das während des ganzen Jahres! Die bunten Blumenlandschaften, die bizarren Felsformationen, die schroffen, steil aufragenden Klippen, die unzähligen, tief abstürzenden Wasserfälle, in denen man ein erfrischendes Bad nehmen kann, die alten Wassermühlen, die winzigen, unbewohnten Felseninseln vor der Küste, endemische Lorbeerwälder, grüne Weiden und dicht beieinander liegende Kraterseen machen die Insel zu einem Paradies für Wanderer. Die alten Saumpfade, auf denen man früher von Dorf zu Dorf ging, und die Wege an den Ufern der vielen kleinen Kraterseen sind bequeme Wanderwege. 70% der Insel liegen höher als 300 m; der Morro Alto steigt bis auf 914 m Höhe auf. Da wird es schon anstrengender. Meistens aber geht es auf Flores gemächlich und ruhig zu. Das war nicht immer so. Das abgelegene Flores hatte häufig unter den Seeräubern zu leiden, die jahrhundertelang den Atlantik und die hilflosen Inselbewohner bedrohten.
Die Inselbewohner
Entlang der Küste liegen die Dörfer, meist nur ein paar kleine Häuser um einen weithin sichtbaren Kirchturm gruppiert. Das Inselinnere ist nicht besiedelt. Der größte Teil der Inselbewohner lebt in den beiden Hauptorten Santa Cruz und Lajes. Dort findet man sogar kleine Villen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, als auf Flores der azorische Walfang seinen Anfang nahm. Heute ist Viehzucht eine der wichtigsten Einnahmequellen. In den letzten Jahren hat auch der Tourismus etwas an Bedeutung gewonnen. Es wird deshalb in einer ehemaligen Walfangstation das erste 4 Sternehotel gebaut.
UNESCO Biosphärenreservat 2009
Wegen ihres botanischen und geologischen, ihres landschaftlichen und kulturellen Reichtums wurde Flores im Frühjahr 2009 als UNESCO Biosphärenreservat anerkannt. (Corvo und Graciosa haben diese Anerkennung bereits früher erhalten.)
| Fläche | 143 km² 11,5 km breit, 16,5 km lang |
| Hauptstadt | Santa Cruz |
| Bevölkerung | 4.000 |
| Zu erreichen | Flugzeug (São Miguel, Corvo, Terceira, Faial) Fähre (Corvo) |