Azoren, das sind schroffe Vulkaninseln mit steilen Felsküsten, die einige hundert Meter zum Meer, und weitere 3.000 m zum Boden des Meeres abfallen, mit Buchten und verborgenen Höhlen. Der Golfstrom bringt Plankton und anderes Nahrhaftes. Zahllose Meeresbewohner führen hier ein sattes, ruhiges, gutes Leben. Dazu zählen auch die Wale und die zu ihrer Familie gehörenden Delfine.
24 Walarten
Es gibt 81 bekannte Walarten in den Gewässern der Erde, die in Barten- und Zahnwale unterschieden werden. 24 Walarten wurden bis heute vor den Küsten der Azoren gesichtet, und es wird vermutet, dass es noch mehr gibt:
| Bartenwale | Furchenwale, Seiwale, Finnwale, Buckelwale, Blauwale, Bryde’s Wale |
| Zahnwale | Pottwale, Zwergpottwale, Kleinstpottwale, Gemeiner Delfin, Atlantischer Fleckendelfin, Blau-Weißer Delfin, Großer Tümmler, Schwertwal (Orca), kleiner Schwertwal, Rundkopfdelfin, Rauhzahndelfin, Kurzflossengrindwal und 6 verschiedene Schnabelwale |
Mit Delfinen schwimmen
Die Zahl der Delfine ist groß, und man kann ganz sicher sein, auf Beobachtungsfahrten diese verspielten Meeressäuger anzutreffen. Die Gemeinen Delfine schwimmen in Gruppen von 10 bis 50, manchmal sogar 300 und mehr Tieren. Die Großen Tümmler lieben jede Art von Gesellschaft, Spiel und akrobatische Luftsprünge. Das wird für viele zum Verhängnis. In Aquarien und Zoos werden sie eingesperrt und dressiert, bis sie auf der Wasserbühne auftreten können. Um wie viel größer ist das Erlebnis für die Menschen, diese gescheiten und geschickten Tiere zu beobachten, wie sie frei und unbeschwert näher an das Boot heranschwimmen, aus dem Wasser springen, elegante Bögen durch die Luft ziehen und wieder abtauchen. Man ist beglückt, wenn man sie auf ihren weißen Bäuchen munter die Meereswogen hinabsurfen oder die Bugwellen des Bootes als Sprungschanzen nutzen sieht.
Nun will man diese Tiere nicht nur vom Boot aus beobachten. Sie erscheinen so zutraulich, so feinsinnig, dass man es ihnen gleichtun will: Man will mit ihnen schwimmen. Begegnungen mit Flipper und seinen Verwandten bergen magische Momente, denen ein Zauber innewohnt. Nicht immer ist es ratsam, zu ihnen ins Wasser zu steigen, schließlich sind sie keine dressierten Aquarium-Delfine, sondern Wildtiere – unberechenbar. Erfahrene Bootsführer wissen Bescheid, suchen geeignete Delfinschulen und geben Hinweise, Anweisungen und Ratschläge, wie man sich im Wasser zu verhalten hat, und wie man respektvoll mit den Meeressäugern umgeht. Fast immer sind sie freundlich, und niemals haben sie in erkennbarer Absicht einen Schwimmer oder Taucher verletzt.
Walbeobachtung
In der Tat zeigt sich alles Meeresgetier den Menschen gegenüber eher gleichgültig, ängstlich, mit Fluchttendenz. Das gilt auch für die Wale. Um mit Walen zu schwimmen, bedarf es auf den Azoren einer Sondergenehmigung. Nicht zum Schutz der Menschen, sondern zum Schutz der Wale. Beobachten kann man sie allerdings das ganze Jahr über vom Boot aus, wenn das Wetter und der Wellengang des Meeres es erlauben. Und wenn es dann nach einer ausführlichen Einführung an Land zu den Walen hinausgeht, gilt es auch Vorschriften und Regeln zu beachten, damit die Wale trotz Beobachtung nicht gestört werden.
Grüße aus Atlantis
Es gehört zu den beeindruckendsten Erlebnissen eines Azorenaufenthaltes, neben sich einen Meeresriesen aufsteigen zu sehen. Die Azorer behaupten ja, dass die Wale, wenn sie aus den Tiefen des Atlantiks auftauchen, die Grüße der Bewohner des sagenhaften Atlantis bringen. Es glauben viele, dass der sagenhafte Inselstaat dort versunken ist, wo heute die Azoren liegen, und dass die Inseln der Azoren die Reste des ehemals glorreichen und mächtigen Reiches sind.